Praxistipps

Beginnen wir mit dem Einkauf:

Hier empfehle ich:

 

1. Bevorzugen Sie Grundnahrungsmittel und bereiten Sie Ihr Essen weitgehend selbst zu.

Um den Arbeitsaufwand gering zu halten, bevorzugen Sie einfache selbst zubereitete Gerichte – gegenüber aufwendigen, aber “raffiniert” klingenden Fertigspeisen.

  • Was genau meine ich damit: Grundnahrungsmittel sind Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Mehl, Nudeln, Gewürze, Kräuter, Milch, Natur-Milchprodukte (ohne Frucht -, Zucker-, Schokolade-, Kräuter- Zubereitungen), Öle, Nüsse, Käse, Zucker, Honig, Fleisch, Fisch, Eier in unverarbeiteter Weise.
  • Ein Gericht aus Grundnahrunsgmittel wäre zum Beispiel: Pellkartoffeln mit Quark und Gemüsesticks statt einem “Mediterranem Kartoffelgratin mit Bechamelsoße” aus dem Päckchen.

2. Behalten Sie bei verarbeiteten Lebensmitteln die Zutatenliste im Blick!

Eine Zutatenliste kann man als Rezept verstehen. Beginnend mit der mengenmäßigen Hauptzutat, in absteigender Reihenfolge. Also was am Anfang steht, ist am meisten drin.  Nicht zu verwechseln mit den Nährwertangaben für Kalorien, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate…

Die Wörter “Vielfalt und Abwechslung” werden häufig missverstanden. Es geht nicht um innovative Ideen, die sich an Exotik und Unaussprechlichkeit der Zutatenliste übertreffen, sondern eher um eine Vielfalt in der Auswahl der Grundnahrungsmittel. Deshalb verwenden Sie “einfache” Lebensmittel mit kurzer Zutatenliste.

    3. Achten Sie auf das Ausmaß der Verarbeitung:

    Nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch der Verarbeitungsgrad haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit. So gibt es Studien die zeigen, dass Personen, die weniger Fertigprodukte essen, seltener an typischen Zivilisationserkarnkungen leiden.

    Mehr dazu in meinen meditarranen Kochkursen, Hier geht es zu den aktuellen Terminen.

       

      4. Wissen Sie Bescheid – muss es immer “bio” sein? Ist regional immer besser? Was sagen eingentlich die unterschiedlichen Labels aus?

      Mittlerweile sind die Verpackungen voll mit Labels und Informationen. Auch Bio Labels und Herkunftlabels haben sehr unterschliedliche Standards. Hier sind einige Links, die helfen die Unterschiede zu verstehen.

       

       

      5. Seien Sie selbstbewusst – trainieren Sie Ihren Geschmack!

      Industriell gefertige Lebensmitel haben, neben den Inhaltstoffen, auch eine sogenannte Matrix, Konsitenz, Fluffigkeit, denen Sie – oder Ihre Tischgenossen vielleicht versuchen zu Hause nachzueifern. Das wird Ihnen nicht – oder nur mit viel Aufwand gelingen. Machne Zutaten kann man einfach nicht kaufen. Aber es lohnt nicht, dem nachzutrauern. Seien Sie selbstbewusst – “mit Herz und Vestand anders” lautet das heimische Qualitätssiegel. Hat sich eine Person erst mal mit den industriell gefertigten Lebensmittel angefreundet, kann der Weg zu “Selbstgemacht” erst mal anstrengend sein. Wer jahrelang fertigen Milchreis gegessen hat, mag keinen Selbstgekochten. Hier helfen Kochkurse und gemeinsame Kocherlebnisse weiter.

         

        6. Beachten Sie die “versteckte Zutatenliste” –  einiges muss nicht deklariert werden.

        Ich habe Ihnen hier einen Link https://www.transgen.de/anbau/flaechen_international.html , der Ihnen erklärt, wo wir überall in unseren Lebensmitteln Enzymen begegnen. Diese sind gentechnisch verändert, sind weder deklarierungspflichtig, noch gibt es Langzeit-Studien darüber, was sie im Körper bei langjähriger Aufnahme bewirken. Selbst wenn sie nicht gesundheitsschädlich sind/sein sollen, so sind die meisten Menschen nicht begeistert, diese im täglichen Essen zu haben, ohne Sie bewusst ausschließen zu können.

        • Eines der wichtigsten Lebensmittel ist hier Brot!
        • In diesem Link zur SWR Sendung Marktcheck “Das Geschäft mit Brot” werden diese Details, auch zu Enzymen, bei der Brot-Herstellung erklärt:

        https://www.ardmediathek.de/ard/video/marktcheck/das-geschaeft-mit-brot/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTI4Mzk/

        Sie wollen selbst Brotbacken? Hier geht es zu meinen Brotbackkursen:

        https://www.kreativ-kochen-stuttgart.de/backkurse/

         

        7. Entscheiden Sie so, ob ein Fertigprodukt vertretbar ist.

        Kennen Sie die Zutaten? Sobald Sie in den Bereich der unausprechlichen Fremdwörter kommen, Sie diese Zutat aus keinem Kochbuch kennen oder es mathematisch wird (E-Nummern), sollten Sie überlegen, ob Sie dieses Produkt WIRKLICH brauchen. E-Nummern sind nicht immer “schlecht”, aber zumindest mal ein Grund genauer hinzuschauen.

        • Natürlich sind Brot, Nudeln, Marmelade, Tomatenpassata, Tiefkühl-Gemüse und -Obst, Pesto, Fruchtjoghurt schon “verarbeitete Produkte” oder “Fertigprodukte”. Diese immer selbst zu machen, wäre im Alltag unrealistisch. Hier gelten dieselben Regeln, wie schon bei 2. und 3. beschrieben: Kurze Zutatenlisten, nahe an der Originalrezeptur, wenig verarbeitet. Auch ist es sicher keine Katastrophe hin und wieder Produkte zu essen die eine längere Zutatenliste haben oder die einer exotischen Sprache gleichen – aber das sollte nicht täglich oder regelmäßig der Fall sein. Es macht hier einfach die Summe und Regelmäßigkeit, nicht einzelne, ungünstige Tage.

        Ist die Zutatenliste nahe an der Originalrezeptur? Nehmen wir Kartoffelpüree: Originalrezept: Kartoffeln, Milch, Salz, Muskat, optional Stich Butter. Fertigprodukt:  Zutaten: 99 % Kartoffeln, Emulgator Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Stabilisator Diphosphat, Aromen, Antioxidationsmittel sowie Natriummetabisulfit. Unter Umständen sind auch Enzyme enthalten, diese sind jedoch nicht kennzeichnungspflichtig.

          8. Bleiben Sie dran! Preis und Geschmack sollten nicht die einzigen Ratgeber sein.

          Nach dem Essen – ist vor dem schlechten Gewissen? Sie sind manchmal unzufrieden, dass Sie sich von Heißhunger, spontanen Gelüsten, dem Angebot, dem Preis und wider besseren Wissen – leiten ließen?

          Machen Sie sich nicht verrückt, aber bleiben Sie dran! Versuchen Sie – wie bei einem guten Gericht – das ausgewogene Rezept – passend zu Ihrem Alltag zu finden. Kleine Schritte bringen Sie auch ans Ziel. Versuchen Sie nicht in “Gut oder Schlecht” zu kategorisieren, sondern abzuwägen, was Ihnen im jeweiligen Moment wichtig ist. Ich hoffe die genannten Tipps können Sie dabei unterstützen. Unterschätzen Sie nicht die Macht, die der Kunde hat. Werden bestimmte Dinge nicht mehr gekauft und andere dafür nachgefragt, findet ein Wandel statt.

          “Der Mensch ist was er isst” . Wie gesagt, es geht nicht darum aufwendig zu kochen, einfache Gerichte, bezogen auf  Zutaten und den Schwierigkeitsgrad sind völlig in Ordnung. Sie möchten gerne mehr selbst kochen und brauchen Unterstützung: Hier können meine Grundkochkurse weiter helfen oder Kurse zu “Schnelle Rezepte – Meal Prep” Anregungen liefern.

          • Welche Zusatzstoffe sind für empfindliche Personen oder Kinder kritisch? Hier können Sie eine Liste mit den kritsichen Zusatzstoffen herunterladen:

          Memokarte kritische Zusatzstoffe Kinder.pdf

           

          9. Erweitern Sie Ihre Geschmackserfahrungen!

          Lassen Sie sich nicht nur von dem Gedanken “worauf habe ich Lust, was schmeckt mir, was geht schnell” leiten. Versuchen Sie sich selbst und Ihrer Familie gegenüber, eine verantwortungsbewusste Haltung einzunehmen. Dann fällt es Ihnen sicher leichter. “Die machen nicht mit?”  Bleiben Sie entspannt, man braucht einen langen Atem. Versuchen Sie kleine Schritte zu gehen: gemeinsam Kochen und nicht dogmatisch oder bevormundend zu sein. Weitere Tipps finden Sie auf den Seiten Rezepte und Anleitungen und Humorvolles für Schwaben!

            Es beginnt mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung und endet mit einem geplanten EInkauf.

            Fazit:

            Sie finden meine Einkaufstipps ganz schön UNBEQUEM? Ja, nun ist die Katze aus dem Sack. Da haben Sie leider recht, es ist wohl der gemeinsame Nenner, dieses Konzeptes. Bevor man es schafft, dies als ein Konzept zu verinnerlichen, mag es unbequem erscheinen. Damit werde ich wohl nicht die Hitliste der “Beliebtesten Einkaufstipps” erklimmen. Es beginnt mit der Auseinandersetzung dieses Themas, hin zum geplanten Einkauf , idealerweise mit Einkaufszettel. Selbst die Herstellung der Lebensmittel ist unbequemer, schon für den Bauern, Landwirt, und denjenigen, die sie für uns vorbereiten. Z.B. Bäcker, Metzger, Molkereibetriebe – sie haben mit “weniger Zutaten – mehr Qualität” auch “mehr Arbeit”, höhere Hygienerichtlinien usw. Dann bereiten wir selbst das Essen zu, mit Planung und Know-How und einfachen Rezepten. So lässt es sich das organisieren und idealerweise schaffen Sie es, daran auch Freude zu finden und nicht nur die Belastung zu sehen. Außerdem heißt das nicht, dass man nicht hin und wieder mal Dinge isst, die eben nicht so ideal sind. Wenn im allgemeinen die Mischung passt, ist das überhaupt kein Problem. Wie viel von Was, ist ja auch Teil der Ernährungsberatung, Orientierung gibt die Ernährungspyramide/DGE.

            Sie fragen sich, wann Sie sich endlich ausruhen und zurücklenhen können? Vielleicht geht es Ihnen, wie vielen anderen, die schon bewusster eInkaufen und essen, man ist oft fitter und leistungsfähhiger, kann den Alltag und die Freizeit besser genießen und effektiver nutzen. Über diesen Weg schließt sich oft der Kreis und es funktioniert auch die “Belohnung” wieder gut – man ist zufriedener und kann leichter “unbequem verzichten”.

            Guten Appetit!